Hundebesitzer achten zunehmend auf die Qualität des Futters, das sie ihren Lieblingen geben. Das ist der richtige Ansatz, und es lohnt sich, diese Regel von Beginn an im Leben jedes Hundes zu befolgen. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung sowie die Futtermenge haben einen wesentlichen Einfluss auf das richtige Wachstum und die Entwicklung eines Welpen.
Erwähnenswert ist, dass dies bereits in der pränatalen Phase, also vor der Geburt, von großer Bedeutung ist. Die Qualität des Futters, das die Mutter erhält, beeinflusst zu diesem Zeitpunkt die ordnungsgemäße Funktion des Welpenorganismus. Eine Hündin, die während der Trächtigkeit gut ernährt wird, hat deutlich bessere Chancen, gesunde und glückliche Welpen zur Welt zu bringen.
Die beste Nahrung – Muttermilch
Unmittelbar nach der Geburt ist – wie bei allen Säugetieren – die Muttermilch die beste Nahrung für einen Welpen. In den ersten Stunden nach der Geburt ist sie besonders wertvoll, da sie die meisten Nährstoffe und Antikörper enthält, die für Welpen besonders wichtig sind. Dank der in der Kolostralmilch – der unmittelbar nach der Geburt abgesonderten Milch – enthaltenen Antikörper erwerben die Jungtiere eine passive Immunität. Ihr Immunsystem funktioniert noch nicht richtig, deshalb ist die von der Mutter stammende passive Immunität von entscheidender Bedeutung für ihre Gesundheit. Es muss sichergestellt werden, dass der Welpe Kolostralmilch trinkt. Bei allen Säugetieren ist die Zusammensetzung der Kolostralmilch ähnlich. Wenn die Aufnahme von der Mutter nicht möglich ist (z. B. weil der Welpe von der Hündin abgelehnt wurde oder der Gesundheitszustand der Mutter dies nicht zulässt), kann Kolostralmilch einer anderen Tierart verabreicht werden. Es besteht auch die Möglichkeit, den Welpen bei einer anderen Hündin anlegen zu lassen, die gerade erst geworfen hat. Diese Option wird von Züchtern häufig gewählt.
Milchaustauscher für Welpen
Wenn ein Welpe keine Möglichkeit hat, die Milch seiner eigenen oder einer Ersatzmutter zu trinken, sollte er mit speziellen Milchaustauschern zugefüttert werden. Auf dem Markt sind fertige Mischungen erhältlich, die mit der entsprechenden Menge warmen Wassers angerührt werden. Diese Milch sollte eine Temperatur von etwa 35–38 Grad haben. Sie darf nicht kalt sein.
ACHTUNG! Welpen sollte keine Milch anderer Tiere, z. B. Kuhmilch, gegeben werden. Milch hat im Gegensatz zur Kolostralmilch eine je nach Tierart unterschiedliche Zusammensetzung. Kuhmilch enthält mehr Laktose als Hündinnenmilch. Ihre Verabreichung kann beim Welpen zu Durchfall führen, der in der frühen Lebensphase sehr gefährlich ist.
Wenn wir einen Welpen mit einem Milchaustauscher zufüttern, lohnt es sich, eine Flasche mit einem speziellen Sauger zu kaufen. Das Füttern mit einer Spritze erfordert nämlich viel Übung und kann dazu führen, dass sich der Welpe verschluckt und infolgedessen eine Aspirationspneumonie entwickelt. Außerdem sollte darauf geachtet werden, den Welpen in seiner natürlichen Position zu füttern – auf dem Bauch liegend. Der Hund sollte nicht auf den Rücken gelegt werden. Auch dadurch kann er sich an der Nahrung verschlucken.
Unabhängig von der Nahrungsquelle ist es wichtig, die Gewichtszunahme der Welpen zu kontrollieren. Sie sollten täglich 5–10 % ihres Geburtsgewichts zunehmen. Die Höhe der täglichen Zunahme hängt von der Größe der Rasse ab, aber das Gewicht sollte immer steigen. Ein Gewichtsverlust ist ein Zeichen dafür, dass ein Tierarzt aufgesucht werden sollte.
Den Hund von der Milch entwöhnen. Wann sollte feste Nahrung eingeführt werden?
Etwa ab der 4. Lebenswoche können dem Welpen zusätzlich zur Milch die ersten Portionen fester Nahrung gegeben werden. Das kann beispielsweise eine in Wasser zerkleinerte, fleischreiche Dose für Hunde sein. Es ist wichtig, neue Nahrung schrittweise einzuführen und die Reaktion des Hundekörpers zu beobachten, um beurteilen zu können, ob das jeweilige Futter geeignet ist.
Auch die Größe der Bissen sollte an die Größe des Hundes angepasst werden. Welpen sollten keine großen Futterstücke erhalten. Es ist jedoch problemlos möglich, Futter für ausgewachsene Hunde zu geben, sofern es zerkleinert wird. Wenn der Hund später nach der BARF-Ernährung gefüttert werden soll, können in dieser Lebensphase bereits erste Portionen rohes Fleisch gegeben werden, z. B. fein geschnittenes Rindfleisch mit Omega-3-Öl. Rindfleisch wird von vielen Ernährungswissenschaftlern besonders für Welpen empfohlen, da es Zink enthält, das an der Regulierung zahlreicher Prozesse im Körper beteiligt ist. Außerdem wirkt es sich positiv auf die Hautbeschaffenheit aus.
Mit zunehmendem Alter sollte die Menge an fester Nahrung in der Ernährung schrittweise erhöht werden. Die vollständige Entfernung der Milch aus der Ernährung des Hundes erfolgt normalerweise im Alter von etwa 5–6 Wochen. Danach fressen Welpen nur noch feste Nahrung.
Es ist wichtig daran zu denken, ab Beginn der Fütterung auch Trinkwasser bereitzustellen. Die Grundlage der Ernährung sollte das Futter bilden, mit dem wir den Hund künftig ernähren möchten. Achten wir auf hochwertiges Futter ohne unnötige Zusatzstoffe. Eine gute Lösung ist auch die BARF-Ernährung, bei der Mischungen aus rohem Fleisch und Nahrungsergänzungsmitteln entsprechend den individuellen Bedürfnissen des Hundes zusammengestellt werden. Sie erfordert vom Besitzer jedoch Wissen sowie Zeit und Arbeit. Die Fütterung mit ausschließlich rohem Fleisch ist keine artgerechte Ernährungsweise, da sie keine ausgewogene Mahlzeit darstellt. Infolgedessen kann sie zu Mangelerscheinungen und gesundheitlichen Problemen führen.
Nahrungsergänzungsmittel für Welpen
Auch Nahrungsergänzungsmittel sind erwähnenswert. Ein gesunder Welpe, der hochwertiges Futter erhält, benötigt sie nicht. Auf dem Markt sind heute verschiedene Präparate, Vitaminmischungen und Futterzusätze erhältlich, deren unsachgemäße Verabreichung dem Hund jedoch schaden kann. Ein häufiger Fehler ist die zusätzliche Gabe von Kalzium, insbesondere bei Hunden großer Rassen, um Rachitis vorzubeugen. Die Wirkung ist in der Regel das Gegenteil des Beabsichtigten. Eine zu hohe Kalziumaufnahme führt zu Störungen der Entwicklung des Skelettsystems. Deshalb sollte man daran denken, dem Hund ohne eindeutigen Bedarf keine Nahrungsergänzungsmittel zu geben und sich bei Zweifeln immer mit einem Tierarzt oder Tierernährungsberater abzustimmen.
Snacks, Leckerlis und Kauartikel
Futter muss nicht nur dazu dienen, den Hunger zu stillen. Es kann auch dabei helfen, die natürlichen Instinkte und Verhaltensweisen von Hunden auszuleben. Welpen haben ein besonders starkes Bedürfnis zu kauen und zu nagen, das durch geeignete Snacks befriedigt werden kann. Ein Beispiel ist getrocknetes Fleisch. Dabei sollte auf die Härte und Größe der Zusätze geachtet werden. Am besten geeignet sind halbfeuchte Snacks, die nicht zu schwer zu zerkauen sind. Jede neue Art von Snack sollte schrittweise und mit Bedacht eingeführt werden. Vergessen wir nicht, die Menge der im Laufe des Tages gefressenen „Leckerlis“ zu kontrollieren, damit der Welpe nicht überfüttert wird.
Warnsignale bei der Ernährung von Welpen
Die Welpenzeit ist eine Phase, in der der Hundekörper besonders empfindlich auf Veränderungen reagiert. Deshalb sollte bei der Einführung neuer Bestandteile der Ernährung immer die Reaktion des Tieres kontrolliert werden. Durchfall kann ein Zeichen dafür sein, dass ein Bestandteil des Futters zu schnell eingeführt wurde. Er kann jedoch auch darauf hindeuten, dass etwas Ernsteres vorliegt. Wenn der Durchfall nicht nachlässt, kann dies auf einen Befall mit inneren Parasiten oder eine Futtermittelallergie hindeuten. Durchfall ist ein Symptom, das viele Krankheiten begleitet. Wenn er nicht nur einmalig auftritt, sollte daher immer ein Tierarzt aufgesucht werden, damit dieser das Problem richtig diagnostizieren kann.
Die Ernährung von Welpen ist ein wichtiger Bestandteil ihrer richtigen Entwicklung und sollte nicht unterschätzt werden. Eine ausgewogene Ernährung versorgt den Hund mit allen für das Wachstum notwendigen Nährstoffen. Bereits ab den ersten Lebenstagen – und sogar noch früher – sollte darauf geachtet werden, dass der Hund gesunde, ausgewogene Mahlzeiten erhält.
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