Einführung
Jeder Hundebesitzer weiß, dass der Moment, in dem der Hund zum Napf läuft, mehr als eine gewöhnliche Mahlzeit ist. Es ist ein tägliches Ritual, eine Routine, die ein Gefühl der Sicherheit vermittelt und Vertrauen aufbaut. In diesem Moment können wir Freude, Aufregung und Dankbarkeit in den Augen unseres Lieblings sehen. Doch damit ist auch eine große Verantwortung verbunden: Tut das, was ich meinem Hund gebe, ihm wirklich gut?
In den Regalen der Geschäfte finden wir Hunderte von Produkten – schöne Verpackungen, laute Slogans und „revolutionäre Rezepturen“. Die einen behaupten, nur Nassfutter sei gesund, andere, ein Hund solle ausschließlich Fleisch fressen, und wieder andere geben ihm das in den Napf, was sie gerade am günstigsten kaufen können. Doch ein Hund ist kein zufälliger „Resteverwerter“. Er ist ein treuer Freund mit eigenen Bedürfnissen, starken Emotionen und einer einzigartigen Liebessprache

Zusammensetzung – das wichtigste Auswahlkriterium
Stell dir vor, du würdest jeden Tag Fast Food essen. Es schmeckt, macht satt, aber würde es dir Gesundheit, Energie und ein starkes Immunsystem geben? Genau so sieht die Ernährung vieler Hunde aus, die mit minderwertigem Futter ernährt werden. Darauf solltest du bei der Auswahl des Futters achten:
• Fleisch – das Herzstück des Futters – konkrete Quellen: Huhn, Rind, Lamm, Fisch.
• Fette – Energie und Immunsystem – Omega-3 und Omega-6 wirken sich positiv auf Fell, Haut und Gehirn aus.
• Keine Füllstoffe – ohne Mais, Soja und billiges Getreide.
• Vitamine und Mineralstoffe – sorgen für starke Knochen, ein gutes Immunsystem und ein gesundes Herz.
| Hundegruppe | Was ist wichtig? | Wichtige Inhaltsstoffe im Futter |
|---|---|---|
| Kleine Rassen (Yorkshire-Terrier, Malteser, Chihuahua) | Schneller Stoffwechsel, kleiner Magen, hoher Energiebedarf | - Leicht verdauliches Eiweiß - Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren (Lachsöl, Leinsamen) - Antioxidantien (Vitamin E) - Energiequellen aus Kohlenhydraten (Reis, Süßkartoffeln) |
| Große Rassen (Deutscher Schäferhund, Labrador, Deutsche Dogge, Bernhardiner) | Gleichmäßige Entwicklung, Unterstützung der Gelenke, Vorbeugung von Übergewicht | - Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren - Glucosamin und Chondroitin - L-Carnitin (Fettstoffwechsel) - Kontrollierter Kalzium- und Phosphorgehalt |
| Senioren (über 7–8 Jahre) | Langsamerer Stoffwechsel, geringere Aktivität, Unterstützung der Verdauung | - Leicht verdauliches Eiweiß (Fisch, Geflügel) - Antioxidantien (Vitamin E, C) - Omega-3-Fettsäuren - Inhaltsstoffe zur Unterstützung von Gehirn und Gelenken (MSM, Glucosamin, Chondroitin, Präbiotika) |
Wann reicht Trockenfutter allein nicht aus?
• Gesundheitsprobleme – Allergien, Unverträglichkeiten, chronische Erkrankungen.
• Emotionale Unterstützung – Hunde mit Aggressionsproblemen oder Stress reagieren besser auf ausgewogene Mahlzeiten.
• Besondere Lebensphasen – Trächtigkeit, Säugezeit, Genesung, Sport.
Hundepflege und Ernährung
• Fell und Haut – Omega-Fettsäuren, Zink und Biotin = Glanz und Gesundheit.
• Krallen und Pfoten – eine mineralstoffreiche Ernährung = kräftige Krallen und gesunde Ballen.
• Energie – ein Hund, der gerne spielt und spazieren geht, ist ein gut ernährter Hund.
10 Mythen über Trockenfutter
- „Trockenfutter schadet Hunden“ – nein, schädlich ist nur Futter von schlechter Qualität.
- „Ein Hund braucht nur Fleisch“ – er braucht auch Fette und Vitamine.
- „Getreide ist immer schlecht“ – nein, problematisch sind billige Füllstoffe.
- „Nassfutter ist immer besser“ – ein Mythos; Trockenfutter unterstützt die Zahnhygiene und ist praktisch.
- „Trockenfutter ist nur ein Füllmittel“ – das gilt nur für die Varianten aus dem Supermarkt.
- „Der Hund mag kein Trockenfutter“ – der Hund mag kein Futter von schlechter Qualität.
- „Trockenfutter entzieht Wasser“ – nein, ein Hund muss unabhängig von der Futterart Wasser trinken.
- „Gutes Futter ist teuer“ – es ist eine Investition und günstiger als eine Behandlung.
- „Alle Futtersorten sind gleich“ – falsch, der Unterschied ist enorm.
- „Hauptsache, der Hund ist satt“ – ein Hund ist kein Staubsauger, sondern ein vierbeiniger Freund.
Wie man das Etikett von Tierfutter in 5 Schritten liest
- Prüfen Sie die erste Zutat – Fleisch, kein Füllstoff.
- Proteinquelle – tierischen Ursprungs, nicht Soja.
- Fette und Omega-Fettsäuren – Lachsöl statt „nicht näher bezeichnetem Pflanzenfett“.
- Zusätze – Vitamine und Mineralstoffe ja, künstliche Farbstoffe nein.
-
Transparente Zusammensetzung – kurz, klar und konkret.
Tipps des Tierarztes zur Auswahl von Futter
• Die Zusammensetzung ist wichtiger als das Marketing.
• Stellen Sie das Futter schrittweise um.
• Mischen Sie keine verschiedenen Marken.
• Beobachten Sie den Hund – er teilt Ihnen am meisten mit.
• Konsultieren Sie einen Tierarzt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ein Hund ausschließlich Trockenfutter fressen? Ja – wenn es als Alleinfuttermittel geeignet und von guter Qualität ist.
Wie oft sollte man einen Hund füttern?
• Welpen: 3–4-mal täglich,
• Erwachsene Hunde: 2-mal,
• Senioren: 2–3 kleinere Portionen.
Denken wir daran, dass die Anzahl der Portionen auch von der Rasse und Größe des Tieres abhängt.
Schadet Trockenfutter den Zähnen? Nein – es unterstützt die Zahnhygiene, ersetzt jedoch nicht das Zähneputzen.
Zusammenfassung
Trockenfutter sollte an das Alter, die Größe, das Aktivitätsniveau und mögliche gesundheitliche Probleme des Hundes angepasst sein. Es lohnt sich außerdem, es mit anderen Ernährungsformen zu kombinieren – Nassfutter, natürlichen Zusätzen oder einer BARF-Ernährung –, damit die Ernährung abwechslungsreich ist und den Bedürfnissen des Tieres bestmöglich entspricht. Gut ausgewähltes Trockenfutter kann eine gesunde, vollwertige und praktische Grundlage der Hundeernährung sein, vorausgesetzt, der Halter wählt die Produkte bewusst aus und beobachtet die Reaktionen seines Tieres. Es geht nicht nur um Bequemlichkeit, sondern vor allem um die Sorge um die Gesundheit und ein langes Leben des Vierbeiners. Denn letztlich geht es nicht darum, dass der Napf voll ist, sondern dass das Herz des Hundes mit Freude und Ruhe erfüllt ist! 🐾❤️
Elżbieta Górnik – Spezialistin für die Ernährung von Hunden und Katzen bei BULT.
Er verfasst gemeinsam mit anderen Expertenartikel und Ratgeber für Tierhalter und verbindet dabei Ernährungswissen mit der praktischen täglichen Betreuung von Hunden und Katzen.
