Die Beziehung zwischen Hund und Mensch kann unglaublich stark und tief sein. Wir Menschen sagen unseren Schützlingen oft, wie sehr wir sie lieben, wie wichtig sie für uns sind und wie sehr wir sie vermisst haben, während wir bei der Arbeit waren. Hunde kommunizieren ebenfalls mit uns, auch wenn sie keine gesprochene Sprache verwenden – ihre Sprache beruht auf nonverbaler Kommunikation. Wir können erkennen, wann unser Hund „sagt“, dass er Angst hat, sich nicht wohlfühlt oder großen Spaß hat. Doch wie sieht es mit der hündischen Sprache der Liebe aus? Woher wissen wir, dass er oder sie uns ebenfalls liebt?
Sicher werdet ihr mir zustimmen, dass unsere Hunde außergewöhnliche Gefährten sind, die viel Freude und schöne Momente in unser Leben bringen. Sie können uns ihre Liebe und Verbundenheit auf ganz besondere Weise zeigen, und ihr Verhalten ist voller Zärtlichkeit und Hingabe. Dadurch kann unsere Beziehung zu einem Hund zu einer der tiefsten und emotionalsten überhaupt werden.
Wie zeigen Hunde ihre Liebe?
Vermutlich fällt euch zu diesem Thema als Erstes natürlich das Schwanzwedeln ein. Sich jedoch ausschließlich auf den Schwanz unserer Vierbeiner zu konzentrieren, kann irreführend sein. Mit ihren Schwanzbewegungen können Hunde vieles ausdrücken, darunter Wachsamkeit, Aufregung oder Unruhe. Weites und fröhliches Schwanzwedeln, verbunden mit dem Wackeln des gesamten Hinterteils („der Schwanz wedelt mit dem Hund“), ist hingegen ein unbestreitbarer Ausdruck von Liebe und Freude, den ihr bei euren Hunden sicher schon oft beobachten konntet – besonders nach eurer Rückkehr nach Hause.
Sich an den Menschen zu kuscheln und seine Nähe zu suchen, sich an ihn zu lehnen oder den Kopf auf seinen Schoß zu legen (einer meiner Hunde tut das ständig, wenn ich gerade eine Tasse heißen Kaffee in der Hand halte), ist eine Art, Liebe und den Wunsch nach Nähe zu zeigen. Dazu gehört auch das Schlafen in der Nähe seines Menschen („in der Nähe“ schließt auch ein, das gesamte Bett zu beanspruchen und Positionen einzunehmen, die für den menschlichen Teil dieser Beziehung nicht ganz bequem sind). Das ist ein Zeichen dafür, dass sich der Hund in seiner Nähe wohl und sicher fühlt. Neben dem Schlaf begleiten Hunde ihre Menschen auch häufig bei alltäglichen Tätigkeiten. Auf diese Weise zeigen sie, dass sie sich sicher fühlen und die Anwesenheit ihres Menschen mögen – ihr wisst schon: gemeinsam die Spülmaschine einschalten, vor der Badezimmertür Wache halten oder mit dem Menschen auf dem Sofa liegen und Netflix schauen.
Jemandem in die Augen zu schauen, ist ein weiteres Signal aus dem Repertoire „Ich liebe dich“, „Ich vertraue dir“, „Du bist mir wichtig“. Wenn ein Hund uns in die Augen schaut, ist das nicht nur ein Ausdruck von Vertrauen, sondern auch ein Zeichen tiefer Verbundenheit. Im Gegensatz zu Blicken zwischen Hunden, die als Dominanz interpretiert werden können, ist der Blick in die Augen des Menschen ein Akt der Unterwerfung und Liebe. Studien zeigen, dass ein solcher Blickkontakt den Oxytocinspiegel erhöht, was die Bindung stärkt. Genau! Alles läuft auf Oxytocin hinaus, das sogenannte Bindungshormon. Sowohl Hunde als auch Menschen erleben bei Interaktionen einen Oxytocinschub, der zum Aufbau und zur Vertiefung der Bindung beiträgt.
Das Lecken der Hände und des Gesichts seines Menschen, lange und ruhige Blicke, das Teilen von Spielzeug („Schau mal, was für einen tollen Ball ich habe!“), vom Hund initiierte gemeinsame Spiele mit seinem Menschen oder das Entblößen des Bauches mit der Bitte um Streicheleinheiten sind weitere, häufig beobachtete Signale, die von den Gefühlen unserer Hunde zeugen.
Hunde und menschliche Emotionen
Hunde reagieren äußerst sensibel auf menschliche Emotionen und können sie deuten. Wenn wir glücklich sind, teilen unsere Hunde diese Freude, indem sie springen, mit dem Schwanz wedeln und zum Spielen auffordern. Wenn uns Traurigkeit überkommt, setzt sich der Hund höchstwahrscheinlich neben uns und bietet seine Gesellschaft und Unterstützung an. Findet ihr nicht auch, dass diese Art von Empathie Hunde zu den besten Begleitern in schwierigen Zeiten macht? Kein Hund wird den Grund für unsere Traurigkeit jemals herunterspielen oder denken, dass wir uns über etwas Unwichtiges freuen. Für sie ist die Rechnung einfach: Freude ist Freude, Traurigkeit ist Traurigkeit – und sie sind immer an unserer Seite.
Eine Beziehung zu einem Hund ist reich an Erfahrungen, Emotionen und gegenseitigem Verständnis. Hunde zeigen ihre Liebe auf vielfältige Weise, und ihre Fähigkeit, menschliche Emotionen zu verstehen, macht sie nicht nur zu Haustieren, sondern zu echten Freunden. Es lohnt sich, seinen Gefährten bei jedem Schritt zu beobachten und seine Art der Kommunikation mit uns kennenzulernen, denn nicht alles ist immer so eindeutig, wie es uns erscheinen mag – etwa das Schwanzwedeln. Die Beziehung zwischen einem Menschen und seinem Hund kann jedoch wirklich außergewöhnlich sein. Diese besondere Bindung beruht auf gegenseitiger Verbundenheit und emotionaler Unterstützung, die sowohl Hunden als auch Menschen Freude bereitet.
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