Einleitung
Jeder Hund weiß, wann in deiner Hand ein Leckerli auftaucht. Oft dient es als Belohnung nach einer ausgeführten Übung oder für richtiges Verhalten. Die Augen werden groß, der Schwanz wedelt auf Hochtouren. Die Aufregung erreicht ihren Höhepunkt, und es entsteht Ungewissheit: Was wird diesmal auftauchen? Leckerlis müssen nicht nur Naschereien sein. Sie sind auch eine Möglichkeit zur Kommunikation, zur Stärkung der Bindung und eine Hilfe beim Training.
Warum sind Leckerlis wichtig?
Leckerlis stärken die Beziehung – ein kleines Zeichen: „Ich schätze dich.“
Sie helfen beim Training – der Hund lernt Kommandos schneller, weil die Belohnung sofort erfolgt.
Sie wirken sich auch positiv auf die Gesundheit aus: Richtig ausgewählt können sie die Zähne reinigen, den Darm unterstützen oder die Gelenke schützen.
Außerdem sorgen sie für eine Portion Freude und Neugier beim Hund – ganz gleich, ob es sich um kleine Rassen, große, oder Familienhunde für Kinder
Arten von Leckerlis
Auf dem Markt findest du viele Arten von Leckerlis – und jede hat ihren eigenen Zweck.
- Trainingsleckerlis – klein, weich, ideal beim Training.
- Natürliche Kauartikel – getrocknetes Fleisch, Pansen, Hühnerfüße – beschäftigen den Hund länger.
- Zahnpflege-Leckerlis – die spezielle Form unterstützt die Zahnreinigung.
- Funktionale – mit Zusätzen für Gelenke, das Immunsystem oder den Darm.
- Premium – 100 % Fleisch, ohne unnötige Zusätze.
Wie gibt man Leckerlis sinnvoll?
Leckerlis sind wie Gewürze – sie bringen Abwechslung ins Leben, dürfen aber nicht das Hauptgericht sein. Am besten machen sie bis zu 10 % der täglichen Ernährung des Hundes aus.
Auch die Größe des Tieres sollte berücksichtigt werden – kleine Rassen brauchen kleine Happen, während große Hunde mit härteren und größeren Kauartikeln zurechtkommen. Leckerlis beim Training funktionieren wie eine Währung – schnelle Belohnung, schnelles Verständnis.
Und beim Tierarzt? Manchmal ist es das Einzige, was dazu führen kann, dass der Hund den Besuch mit etwas Positivem verbindet – ein Teil des Savoir-vivre beim Tierarzt.
Worauf sollte man achten?
Nicht jedes Leckerli ist sicher. Schokolade, Weintrauben, Zwiebeln, Xylit oder gekochte Knochen können für einen Hund giftig sein. Leckerlis mit Farbstoffen, Zucker oder künstlichen Konservierungsmitteln zerstören die Gesundheit allmählich, anstatt sie zu unterstützen. Und denk daran: Ein Hund, der auf einem Kauartikel kaut, sollte immer unter deiner Aufsicht stehen. Kleine Rassen können sich verschlucken, und hastige Hunde könnten versuchen, ein zu großes Stück herunterzuschlucken.
Leckerlis sowie Emotionen und Erziehung
Leckerlis sind ein magisches Werkzeug bei der Arbeit an den Emotionen deines Hundes. Ein ängstlicher Hund beginnt, eine neue Situation mit etwas Positivem zu verbinden, wenn er darin ein Leckerli bekommt.
Bei Hunden mit einer Neigung zu Aggression können Leckerlis bei der Erziehung helfen – indem du Ruhe belohnst, bringst du deinem Hund bei, dass es sich lohnt, gelassen und nicht nervös zu sein.
Leckerlis und Darmgesundheit
Vergiss nicht, dass Leckerlis im selben Magen landen wie das Futter.
Natürliches Fleisch oder Leckerlis mit Probiotika unterstützen die Darmflora und verbessern die Verdauung. Minderwertige Produkte hingegen können Blähungen, Durchfall und andere Probleme verursachen.
Es lohnt sich, den Kot deines Hundes zu beobachten – der beste Gesundheitsindikator, erfährst du genau auf diese Weise, welche Signale der Körper deines Lieblings sendet.
Wenn der Hund mit Darmparasiten zu kämpfen hat, sollte man erst recht auf leicht verdauliche, sterile Leckerlis setzen.
Die häufigsten Fehler von Haltern
Drei Fehler von Haltern wiederholen sich besonders häufig. Der erste ist, dem Hund menschliche Nahrung zu geben. Ein Stück Wurst, ein Rest Kuchen oder ein Krümel vom Tisch wirken harmlos, sind für den Hund jedoch oft schwer verdaulich und manchmal sogar gefährlich. Der zweite Fehler ist Überfütterung – ein Leckerli bei jeder Gelegenheit, „weil er so lieb schaut“. Dadurch entsteht schnell Übergewicht, und der Hund wirkt statt voller Energie träge und hat weniger Lust zu spielen. Der dritte und häufigste Fehler ist, zur falschen Zeit zu belohnen. Stell dir einen Hund vor, der an der Tür bellt. Der Halter greift, um ihn ruhig zu stellen, nach einem Leckerli. In der Logik des Hundes bedeutet das nur eines: „Bellen funktioniert – dafür bekomme ich eine Belohnung“. Kein Wunder, dass der Hund noch mehr bellt. Deshalb ist es so wichtig, dass das Leckerli den Hund im richtigen Moment erreicht – dann, wenn er Verhaltensweisen zeigt, die wir wirklich verstärken möchten. Das ist nicht nur eine Frage des Trainings, sondern auch der Erziehung und der gemeinsamen Verständigung. Indem wir Ruhe und gute Reaktionen belohnen, bringen wir dem Hund bei, dass genau dies der Weg zum Erfolg ist.
Leckerlis im Alltag
Leckerlis begleiten Hund und Halter überallhin.
Beim Spaziergang – eine Belohnung für das Zurückrufen.
Zu Hause – ein Kauspielzeug, wenn du arbeiten musst.
Auf Reisen – ein kleines Leckerli, das Stress in etwas Angenehmeres verwandelt.
Bei Kindern – gemeinsames Füttern von Leckerlis, das die Beziehung stärkt und Respekt vermittelt.
Zusammenfassung
Leckerlis sind keine Laune – sie sind eine Sprache der Liebe, ein Erziehungsinstrument und eine Möglichkeit, die Gesundheit zu fördern. Wenn du sie mit Bedacht auswählst, kümmerst du dich nicht nur um die Gesundheit deines Lieblings, sondern auch um eure gemeinsame Beziehung.
Elżbieta Górnik – Spezialistin für die Ernährung von Hunden und Katzen bei BULT.
Er verfasst gemeinsam Fachartikel und Ratgeber für Tierhalter und verbindet dabei Ernährungswissen mit der täglichen Betreuung von Hunden und Katzen.
