Die meisten unserer Hunde sind vierbeinige Entdecker der Welt. Jedes Grashälmchen, Steinchen und Blättchen ist etwas Neues, das es sich lohnt zu erschnüffeln. Eine besondere Delikatesse für Hunde sind die Hinterlassenschaften eines anderen Vertreters ihrer Art. In einer Pfütze oder im Schlamm zu spielen, macht natürlich besonders viel Spaß! Weißt du, welche Gefahren auf deinen Hund bei einem gewöhnlichen Spaziergang lauern können? Im Folgenden stelle ich eine Liste der häufigsten Parasiten vor, die bei unseren Lieblingen auftreten können. Es gibt sehr viele davon, deshalb nenne ich nur die am häufigsten vorkommenden.
Hundespulwurm
Der Hundespulwurm (Toxocara canis) ist wohl der häufigste „blinde Passagier“, den man im Kot eines Hundes finden kann, insbesondere bei Welpen. Bei trächtigen Hündinnen, die Trägerinnen des Spulwurms sind (die Larven können im Körper der Hündin inaktiv bleiben), können die Spulwurmlarven über die Plazenta oder die Milchdrüse übertragen werden. Deshalb wird so großer Wert auf die Entwurmung trächtiger Hündinnen und der Welpen bereits zwei Wochen nach der Geburt gelegt.
Bei erwachsenen Hunden kommt es zu einer Infektion über den Verdauungstrakt – durch die Aufnahme von Futter oder Wasser, das mit infektiösen Eiern verunreinigt ist. Die Eier des Hundespulwurms können nach ihrer Ausscheidung durch ein infiziertes Tier bis zu sechs Monate im Boden überleben! Die Symptome einer Infektion betreffen meist den Verdauungstrakt. Im Kot des Hundes können sich Spulwurmlarven finden, die ein wenig an Sojanudeln erinnern. Erwähnenswert ist, dass der Hundespulwurm ein zoonotisches Potenzial besitzt – der Mensch kann zum zufälligen Wirt werden. Die Larven können sich in verschiedenen menschlichen Organen ansiedeln, sogar im Augapfel!
Hakenwürmer
Hakenwürmer (Ancylostoma, Uncinaria) sind ebenfalls häufig bei unseren Lieblingen anzutreffende Parasiten. Wie beim Spulwurm sind vor allem Welpen betroffen – die Infektion kann ebenfalls über die Milch und während der Trächtigkeit erfolgen. Zu den Symptomen einer Infektion bei Welpen können Fieber, Teilnahmslosigkeit, Durchfall und starke Dehydrierung gehören. Im Blutbild kann eine Anämie auftreten – die Parasiten verfügen über spezielle Haken, mit denen sie sich an der Darmschleimhaut festheften und dadurch Blutungen verursachen. Ältere oder weniger stark verwurmte Tiere können den Befall milder durchmachen. Bei älteren Tieren erfolgt die Infektion ebenfalls über den Verdauungstrakt. Aufgrund ihrer geringen Größe werden wir diesen Parasiten im Kot eher nicht beobachten.
Peitschenwurm
Der Peitschenwurm (Trichuris vulpis) ist ebenfalls ein häufiger Parasit bei unseren Lieblingen und bei einer Kontamination der Umgebung mit seinen Eiern ein besonders hartnäckiger Gegner. Die Eier dieses Parasiten sind gegenüber Umwelteinflüssen sehr widerstandsfähig und können sogar viele Jahre im Boden überleben! Eine Infektion mit Peitschenwürmern erfolgt durch das Verschlucken infektiöser Eier (leckt dein Hund sich nach dem Spaziergang etwa die Pfoten sauber?). Der Name des Parasiten leitet sich vom Aussehen des erwachsenen Tieres ab. Die Eier hingegen sind sehr charakteristisch und bei einer Kotuntersuchung leicht zu finden – sie erinnern an eine Zitrone. Wie bei den anderen Parasiten betreffen die Symptome auch bei einem Peitschenwurmbefall hauptsächlich den Verdauungstrakt – es kann zu Durchfall kommen, der auch blutig sein kann. Im Blutbild kann eine Anämie auftreten.
Hunde-Bandwurm
Der Hunde-Bandwurm (Diphylidum caninum) ist der häufigste bei Hunden vorkommende Vertreter der Bandwürmer. Manchmal wird er auch „Gurkenbandwurm“ genannt, da seine Bandwurmglieder an Gurkenkerne erinnern. Bei einem Befall können in der Umgebung des Afters oder im Kot weißliche Glieder entdeckt werden, die eben diesen Gurkenkernen ähneln. Das Vorkommen dieses Parasiten steht meist mit einem Flohbefall in Verbindung – Flöhe sind seine Zwischenwirte. Beim Zerbeißen eines Flohs verschluckt der Hund die Bandwurmeier. Deshalb ist es neben einer geeigneten Entwurmung so wichtig, den Hund gut vor Ektoparasiten wie Flöhen zu schützen. Der Parasit siedelt sich im Dünndarm an, daher betreffen die Symptome hauptsächlich den Verdauungstrakt. Es kann außerdem zu Juckreiz am After kommen (das sogenannte „Schlittenfahren“), der mit dem Ausscheiden der Bandwurmglieder zusammenhängt.
Giardien
Giardien (Giardia intestinalis) sind in der Humanmedizin eher als Lamblien bekannt. Trotz dieser unterschiedlichen Bezeichnung kann sich der Mensch bei seinem Hund mit Giardien anstecken – und der Hund kann sich beim Menschen infizieren! Giardien sind einzellige Parasiten, die sich im Dünndarm verschiedener Tierarten ansiedeln. Manchmal verläuft eine Infektion symptomlos, und die Symptome können beispielsweise erst bei einer geschwächten Immunabwehr auftreten. Das wichtigste Symptom ist wässriger Durchfall, manchmal mit Blut. Die Infektion erfolgt über den Verdauungstrakt durch das Verschlucken von Zysten, die in der Umwelt vorkommen können – im Wasser, in der Nahrung oder im Boden. Besonders interessant ist, dass herkömmliche Entwurmungsmittel gegen Giardien nicht wirken; die Bekämpfung des Parasiten ist hier etwas hartnäckiger. Es werden mehrere Tage lang antiparasitäre Mittel verabreicht, zusätzlich kommen Probiotika zum Einsatz. Während der Therapie ist ein Bad wichtig, da infektiöse Formen des Einzellers im Fell des Hundes überleben können. Wenn er sich anschließend ableckt, kann es zu einer erneuten Infektion kommen. Zusätzlich wird empfohlen, alle Aufenthaltsorte der Tiere zu desinfizieren. Wenn bei einem Hund Giardien festgestellt wurden, wird eine Kotuntersuchung aller im Haushalt lebenden Tiere und Menschen empfohlen.
Entwurmung und das Aufsammeln der Hinterlassenschaften sind wichtig
Wie man sieht, kann ein Hund selbst bei einem gewöhnlichen Spaziergang auf verschiedene, nicht unbedingt wohlgesinnte blinde Passagiere treffen. Einige davon können sogar Menschen gefährden. Deshalb ist eine regelmäßige, vorbeugende Entwurmung der Hunde so wichtig, am besten sogar einmal pro Quartal. Dabei sollte man bedenken, dass herkömmliche Entwurmungsmittel nicht gegen alle Parasiten wirken oder nur eingeschränkt wirksam sind (wenn der Befall beispielsweise zu stark ist). Manchmal kann ein Befall sogar symptomlos verlaufen. Statt einmal im Jahr zu entwurmen, ist es sinnvoll, an drei Tagen Kot vom Tier zu sammeln und zur Untersuchung einzusenden. Eine Kotuntersuchung ist auch empfehlenswert, wenn das Tier häufig unter Durchfall, Erbrechen oder anderen Magen-Darm-Problemen leidet. Denkt außerdem daran, die Hinterlassenschaften eurer Lieblinge aufzusammeln – wir wissen nie, was im Häufchen unseres Hundes lauert … zumindest solange wir den Kot nicht untersuchen lassen.
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