Woher Trennungsangst beim Hund kommt und welche Symptome sie hat
Die Popularität von Trennungsangst
In letzter Zeit ist der Begriff Trennungsangst sehr populär geworden, was leider häufig mit einer falschen Verwendung einhergeht. Nicht alle Probleme eines Hundes im Zusammenhang mit der Abwesenheit seines Halters lassen sich dieser Störung zuordnen. Tatsächlich ist Trennungsangst eine sehr eng gefasste und präzise Bezeichnung. In Wirklichkeit tritt sie seltener auf, als sie diagnostiziert wird, da sie mit anderen Störungen verwechselt wird. Dennoch kommt sie bei Hunden häufig vor, und es lohnt sich zu wissen, wie man sie erkennt.
Was ist Trennungsangst?
Trennungsangst ist eine Störung, die infolge von Erlebnissen des Hundes entsteht. Sie kann bei Tieren auftreten, die keinen festen Tagesablauf haben oder plötzlich ihrer erlernten Rituale beraubt wurden, häufig den Aufenthaltsort wechseln (z. B. mehrfach adoptiert wurden und ins Tierheim zurückkehrten oder deren Besitzer häufig umziehen), aber auch infolge einer plötzlichen Trennung vom Halter, etwa wenn der Hund während einer Reise in einer Tierpension untergebracht wird. Sie tritt unabhängig vom Alter auf – bei Welpen, erwachsenen Hunden und Senioren. Aufgrund früherer Erfahrungen lebt der Hund in ständiger Angst, den Kontakt zu seinem Halter zu verlieren. Neben traumatischen Erlebnissen beeinflussen auch Faktoren wie genetische Veranlagung, eine fehlerhafte Sozialisierung und Störungen in der Beziehung zwischen Halter und Hund das Auftreten von Trennungsangst.
Ursachen von Trennungsangst
Wenn man über Trennungsangst spricht, sollte man beachten, dass sie nicht nur infolge negativer Erfahrungen aus der Vergangenheit auftreten kann. Eine zu starke Bindung an den Halter, insbesondere im Welpenalter, kann das Problem in Zukunft verstärken. Der Halter sollte auf ein angemessenes Gleichgewicht in der Mensch-Hund-Beziehung achten. Ständiger Kontakt mit dem Tier, der dauerhafte Aufenthalt im selben Raum und übermäßiger Körperkontakt (Umarmen, Streicheln, gemeinsames Liegen auf dem Sofa) können zur Entwicklung einer abhängigen Persönlichkeit und erlernter Hilflosigkeit führen. Sie können außerdem bewirken, dass der Hund besonders empfindlich auf die Abwesenheit seines Halters reagiert und bereits eine kurze Trennung Trennungsangst auslöst. Um dies zu verhindern, sollte man dem Hund beibringen, ruhig allein zu bleiben.
Symptome von Trennungsangst beim Hund
Die wichtigsten Symptome von Trennungsangst sind:
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ständiges Verweilen beim Halter,
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dem Halter folgen, wenn dieser sich im Haus bewegt,
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das Bedürfnis nach ständigem Körperkontakt (z. B. das Einfordern von Streicheleinheiten),
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Angstsymptome bereits in dem Moment, in dem der Halter sich zum Weggehen vorbereitet,
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Vokalisieren und zerstörerisches Verhalten in Abwesenheit des Halters,
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Urinieren oder Kotabsetzen im Haus,
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Selbstverletzung.
Manche Hunde zeigen aggressives Verhalten gegenüber ihrem Halter, wenn dieser versucht, das Haus zu verlassen, oder sogar wenn er den Raum verlässt, in dem sie sich gemeinsam aufhalten. Nicht immer treten alle Symptome gleichzeitig auf; dies hängt zu einem großen Teil auch von der Persönlichkeit des Hundes ab.
Vorbeugung und Behandlung
Die Behandlung kann schwierig und langwierig sein. Wie in jedem Fall ist es deutlich besser, dem Auftreten der Störung vorzubeugen, als sich mit ihren Folgen auseinanderzusetzen.
Bei der Vorbeugung sind folgende Elemente wichtig:
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eine angemessene Halter-Hund-Beziehung (ein Gleichgewicht zwischen gemeinsam und getrennt verbrachter Zeit),
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die Einführung eines festen Tagesablaufs (gemeint ist die Reihenfolge der Ereignisse, z. B. Aufstehen – Spaziergang – Frühstück – der Halter verlässt das Haus – Rückkehr – Spaziergang usw.),
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das Erlernen, ruhig zu Hause zu bleiben.
Therapie bei Trennungsangst
Die Therapie beruht hauptsächlich darauf, dem Hund das zu geben, dessen Fehlen zur Entwicklung der Angst geführt hat. Bei der Behandlung ist es sehr wichtig, feste Rituale zu entwickeln. Außerdem sollte auf eine angemessene Beziehung zwischen Halter und Hund geachtet werden. Dazu gehört unter anderem, sowohl körperliche als auch verbale Strafen einzustellen, die Bindung durch gemeinsames Training und Spielen zu stärken, erwünschtes Verhalten zu loben und Unabhängigkeit zu fördern. Letzteres besteht darin, das Kommando „auf deinen Platz“ zu üben und dem Hund zu zeigen, dass er auch in Abwesenheit des Halters entspannen kann. Zunächst sollte man nur für sehr kurze Zeit weggehen. Außerdem ist es sinnvoll, den Hund schrittweise an jede einzelne Phase des Verlassens des Hauses zu gewöhnen. Wenn das Tier bereits nervös reagiert, sobald du dich vom Sofa erhebst, wiederhole diese Handlung mehrmals am Tag (d. h. steh auf und setz dich kurz darauf wieder hin, ohne auf das Verhalten des Hundes zu reagieren). Wenn dies keinen Stress mehr auslöst, gehe zur nächsten Handlung über, z. B. einige Schritte in Richtung Tür, danach wieder umdrehen und hinsetzen. Arbeite anschließend alle Schritte des Weggehens durch (Aufstehen, Hinausgehen, Schuhe und Jacke anziehen, Schlüssel nehmen, die Türklinke berühren usw.). Widme jedem Schritt so viel Zeit, wie der Hund braucht, um keinen Stress mehr zu empfinden. Auch die Einführung einer Transport- oder Hundebox kann hilfreich sein.
Trennungsangst ist eine komplexe Störung, deren Überwindung viel Geduld und Entschlossenheit erfordert. Bereits bei der Diagnosestellung kann ein Problem entstehen, da eine Person ohne die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen sie leicht mit einer anderen Störung verwechseln und die Therapie unangemessen durchführen kann. Deshalb lohnt es sich immer, einen auf die Arbeit mit Hunden spezialisierten Verhaltensberater zu konsultieren. Er hilft dabei, die Ursache der Angst zu ermitteln, die nächsten Therapieschritte angemessen zu planen und bei deren Umsetzung zu unterstützen. Außerdem kann er beurteilen, ob es sinnvoll ist, die Therapie durch Medikamente oder Pheromone zu ergänzen. Die in diesem Artikel enthaltenen Hinweise sind allgemeine Empfehlungen, die möglicherweise nicht die gewünschten Ergebnisse bringen, wenn beim Hund komplexere Probleme vorliegen. Wenn du irgendwelche Zweifel hast, solltest du immer die Hilfe eines Spezialisten in Anspruch nehmen. Er ist nicht nur bei der Auswahl der geeigneten Therapie eine unschätzbare Hilfe, sondern auch bei deren Umsetzung im Alltag.
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