Einleitung
Viele Halter fragen sich, ob ihr Hund wie ein Mensch weinen kann. Wenn sie doch Freude, Wut und Angst empfinden und jede dieser Emotionen recht deutlich und leicht zu beobachten ist, woher soll man dann wissen, wann ein Hund traurig ist? Wenn wir bei unserem Vierbeiner feuchte Augen bemerken, bringen wir das oft mit Niedergeschlagenheit in Verbindung. Tränenfluss bei Hunden ist jedoch meistens ein gesundheitliches und kein emotionales Signal.
Hunde und Tränenfluss
Hunde haben Tränendrüsen und produzieren Tränen, hauptsächlich um:
· das Auge zu befeuchten,
· sie vor Infektionen zu schützen,
· Staub oder kleine Pollen auszuspülen.
Andauernder Tränenfluss kann auf Probleme wie eine Allergie, Bindehautentzündung oder verstopfte Tränenkanäle hindeuten. Bei einigen Rassen (z. B. Maltesern, Shih Tzus und Yorkshire-Terriern) treten außerdem charakteristische braune Tränenspuren unter den Augen auf – sie entstehen durch die Reaktion der Tränen mit der Luft und einem Bakterium, das auf der Haut vorkommt.
Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass bei Hunden in emotionalen Momenten wie Traurigkeit oder außergewöhnlicher Freude Tränen auftreten. Das bedeutet nicht, dass Hunde keine Traurigkeit empfinden. Sicherlich ist dieses Gefühl auch für sie sehr belastend, auch wenn sie es auf andere Weise, sollte nicht bagatellisiert werden!
Wie zeigt ein Hund Traurigkeit und Freude?
Anstatt Tränen zu weinen, zeigt ein Hund seine Gefühle durch andere, etwas leichter erkennbare Verhaltensweisen wie Winseln, Fiepen, Verstecken, Appetitlosigkeit oder Apathie – das ist seine Art zu kommunizieren und um Unterstützung zu bitten.
Bei Hunden zeigen sich Glück und Freude vor allem durch Schwanzwedeln, Hochspringen, Wedeln mit dem ganzen Körper und ein charakteristisches „Lächeln“ des Gesichtsausdrucks. Im Jahr 2022 haben Wissenschaftler jedoch Forscher aus Japan haben etwas Ungewöhnliches entdeckt: Hunde können mehr Tränen absondern, wenn sie ihren Halter nach einer längeren Trennung wiedersehen. Das sind keine Tränen wie bei Menschen, sondern eine physiologische Reaktion des Körpers auf die überwältigenden Emotionen. Man kann also sagen, dass der Hund vor Freude „weint“, allerdings nicht auf dieselbe Weise, wie wir Menschen das verstehen.
Hunde können sich bemerkenswert gut auf andere einstellen – wenn du traurig bist, wird dein Vierbeiner wahrscheinlich ebenfalls ruhiger und gelassener sein.
Menschliches Weinen und das „Weinen“ des Hundes
| Merkmal | Mensch | Hund |
|---|---|---|
| Emotionale Tränen | Ja (Traurigkeit, Freude) | Nein – nur physiologische Tränen |
| Ausdruck von Traurigkeit | Weinen mit Tränen, Mimik | Winseln, Fiepen, Körperhaltung |
| Grund des Tränenflusses | Emotionen, Reizungen | Gesundheitsprobleme (Allergien, Bindehautentzündung) |
Zusammenfassung
Auch wenn Hunde Traurigkeit nicht auf dieselbe Weise zeigen wie Menschen, bedeutet das nicht, dass sie sie weniger stark empfinden. Wenn du bei deinem Hund Anzeichen von Niedergeschlagenheit oder Apathie bemerkst, solltest du seine Stimmung aufmerksam beobachten – möglicherweise ist sie die Folge einer unentdeckten Krankheit oder einer Depression beim Hund. Wichtig sind auch ein fester Tagesablauf, Nähe, Wärme und Verständnis. Zeige deinem Hund, dass er sich bei dir jederzeit sicher fühlen kann!

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